ABN - Elkfilm

Kreative Arbeit macht großen Spaß

Im Interview erzählt Harald Stangl über seine Tätigkeit als Mitglied von Elkfilm, der Jugendgruppe der Arbeitsgemeinschaft Bürgerfernsehen Neubiberg (ABN).

Was macht für Sie den Reiz an der Filmarbeit aus?

Filme zu machen ist ein außerordentlich kreativer, produktiver und kommunikativer Prozess. Es ist richtige Arbeit – Arbeit, die großen Spaß macht. Zum einen kann man eigene Ideen und Phantasien entwickeln und umsetzen, zum anderen ist es sehr anregend, ein Werk zu schaffen, das in Zusammenarbeit mit anderen zustandekommt.

Wie sind Sie zur ABN gekommen?

1995 wurde in Neubiberg von der ABN ein einwöchiger Kurs für Kinder und Jugendliche mit dem Titel "Ferienfilmclub" angeboten. Für zwei Freunde und mich kam das wie gerufen. Bereits drei Jahre zuvor hatten wir begonnen, spielerisch und noch planlos mit einer Videokamera zu experimentieren, die dem Vater eines Freundes gehörte. Ein Medienpädagoge von der Bundeswehruniversität vermittelte uns theoretisches Grundwissen, wie ein Film entsteht, und die Gruppe drehte einen kurzen Film.

Wie ist es zur Bildung der Elkfilm-Gruppe gekommen?

Einige Teilnehmer hatten soviel Spaß daran, dass sie auch nach den Ferien mit dem Filmen weitermachen wollten. Diese Leute bildeten den Kern von Elkfilm, die sich zunächst schlicht "Jugendfilmgruppe" (JFG) nannte. Die Umbenennung erfolgte 1999. Der Name Elkfilm hat keine tiefere Bedeutung, und es ist auch nicht mehr nachvollziehbar, wie er zustande kam. Wir trafen uns zweimal in der Woche in der "Videowerkstatt" im alten Feuerwehrhaus und planten dort unsere Filmprojekte.

Wie hat die Zusammenarbeit in der Gruppe ausgesehen?

In der professionellen Filmproduktion ist die Rollenverteilung starr. Bei uns jedoch konnte jeder nach seinen Vorlieben eine Aufgabe übernehmen. Ich entschied mich für Kameraarbeit, andere wollten lieber Ton machen oder als Darsteller vor der Kamera stehen. Jeder konnte in allen Aufgabenbereichen seine Ideen einbringen und Vorschläge machen. In der Gruppe entstehen oft Ideen, auf die man alleine gar nicht kommen würde.

Was bedeutet die Filmarbeit für Sie persönlich?

Die Filmarbeit in der Gruppe war sehr bereichernd für die Entwicklung meiner Persönlichkeit. Gerade die Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern war prägend, denn im Team muss man sich verständigen und gemeinsam Lösungen finden. Diese Erfahrung ist auch sehr nützlich für den späteren Berufsalltag. Kreativ und produktiv zu sein liegt mir persönlich sehr. Ich schätze es, wenn ich nach dem Schaffensprozess ein sichtbares Ergebnis vorzeigen kann. Ich bin überzeugt, dass das Filmen in jungen Jahren meine Kreativität gefördert hat. Außerdem haben diese Erfahrungen mein Selbstbewusstsein gestärkt.

Wie haben Sie Ihre Ideen, Themen und Geschichten gefunden?

Teilweise schrieben einzelne Teammitglieder das ganze Drehbuch und waren das ganze Projekt hindurch federführend. Es gab aber auch Projekte, für die das Drehbuch komplett in Gruppenarbeit entwickelt wurde. Das war eine interessante Erfahrung, es war aber manchmal auch ganz schön anstrengend. Bei der Umsetzung am Drehort entstehen die besten Ideen meist aus der Not heraus. Wenn Probleme auftreten, fängt man an zu improvisieren. Beschränkungen und technische Schwierigkeiten machen erfinderisch. Bei der ABN hatten wir jedoch hochwertiges Equipment zur Verfügung, sowohl was Kameratechnik als auch was Videoschnitt betrifft.

Wie findet man überzeugende Darsteller?

Das ist schwierig. Am Anfang schauspielerten wir noch selbst. Später gingen wir dazu über, uns dafür Leute zu suchen. Ausgebildete Schauspieler sind nicht zu bekommen, aber Schauspielschüler oder Mitglieder von Schultheatergruppen sind durchaus bereit mitzuwirken. Wenn man Glück hat, findet man auch Personen im Bekanntenkreis, die über schauspielerisches Talent verfügen.

Kann sich aus der hobbymäßigen Filmarbeit eine berufliche Perspektive entwickeln?

Das ist sehr wohl möglich. Wenn man sich schon in jungen Jahren mit dem Filmen beschäftigt, hat man viel Zeit, um zu experimentieren und herauszufinden, ob man daraus einen Beruf machen möchte. Zwei Leute von Elkfilm arbeiten heute bei Arri, der weltberühmten Münchner Firma für Kameratechnik Arnold & Richter. Ein Dritter studiert an der Filmakademie in Ludwigsburg. Ich selber habe mich zu einem professionellen Kameramann entwickelt und eine eigene Produktionsfirma gegründet, für die ich nebenberuflich tätig bin.


Porträt Harald Stangl

Harald Stangl, Jahrgang 1981, studierte Informatik an der Technischen Universität in München und arbeitet derzeit an seiner Doktorarbeit. Er ist Mitbegründer eines Unternehmens für Online-Browser-Spiele, Inhaber einer Filmproduktionsfirma und als Kameramann an weiteren Filmprojekten beteiligt. 1995 nahm Stangl am "Ferienfilmclub" der Arbeitsgemeinschaft Bürgerfernsehen Neubiberg (ABN) teil. Aus diesem Kurs entstand Elkfilm, eine Gruppe filmbegeisterter Jugendlicher, die eine ganze Reihe von kurzen Spielfilmen drehte. Als einer der kreativen Köpfe der Gruppe war er für Kamera und Schnitt, teilweise auch für die Stoffentwicklung, verantwortlich. 2008 unterstützte er die ABN bei der Durchführung des Ferienfilmkurses für Kinder und Jugendliche.


impressum
kontakt
portraits
geschichte
ziele
technik
aktueller film
die letzten 5
quiz
medienberufe
leitfaden recht
wie entsteht ein film
elkfilm
gemeinde neubiberg
medienzentrum